Ob Steinpilz, Pfifferling oder Maronenröhrling: die Pilzsaison ist eröffnet. Dieses Jahr früher als sonst, weil das Wetter die perfekten Bedingungen für die Pilze bietet. Aber was muss beim Sammeln der Köstlichkeiten beachtet werden? Es gibt beispielsweise viele Doppelgänger, die ungenießbar oder sogar giftig sind.

Pilze leben einen Großteil des Jahres im Verborgenen. Zur richtigen Jahreszeit sind sie sehr häufig zu sehen –  beziehungsweise die Fruchtkörper. Denn der Fruchtkörper ist das, was man auf den ersten Blick sieht. Und genau diese Fruchtkörper werden im Allgemeinen als Pilze bezeichnet.

Wir kennen die Pflanzenwelt die Flora, wir kennen die Tierwelt die Fauna und daneben gibt es die Pilzwelt die Funga. Der Pilz ist ein Lebewesen das unter der Erde lebt und im Grunde aus einem Geflecht besteht, ganz langen vielen, vielen Zellen.


Auch wenn sich im Moment viele Steinpilze finden lassen, muss beim Pilze sammeln aufgepasst werden, denn es gibt viele Doppelgänger. Die können ungenießbar oder sogar giftig sein.

Wer im Wald Pilze sammeln möchte, sollte einige Regeln beachten. Ein Pilzsachverständiger empfiehlt feste Schuhe und eine lange Hose, weil Pilze meisten nicht direkt am Wegesrand stehen. Außerdem eignet sich ein Korb für den Transport der Fruchtkörper, denn nur dann lassen sich die Köstlichkeiten luftig transportieren. Eine Plastiktüte ist völlig ungeeignet, da die Pilze sehr schnell verderben. Ein Pilzmesser und eine Pilzbürste vervollständigen die Ausrüstung der Sammler. Man darf übrigens auch nur Pilzmengen für den privaten Gebrauch sammeln. Alles andere ist strafbar.

Wie unterscheiden sich nun aber essbare von ungenießbaren oder giftigen Pilzen? Einfache Regeln zur Bestimmung der Pilze gibt es nicht. Man muss wirklich jeden Pilz einzeln kennen lernen, seine Art und seine typischen Merkmale.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 6.000 bekannte Pilze. Experten glauben, dass nur die wenigsten bisher als Speisepilze identifiziert sind. Pilze die man nicht sammelt, sollten übrigens auch nicht zerstört werden. Denn auch ungenießbare oder giftige Pilze leben oft in einer Symbiose mit den Bäumen.

Unsere Top 5 der Speisepilze

PFIFFERLING – Der Hut ist zwischen drei und zwölf Zentimetern groß und wechselt im Wachstum seine Form von gewölbt über flach vertieft bis trichterförmig. Die Fruchtschicht hat mehrfach gegabelte Lamellen. Ab dem Frühsommer findet man Pfifferlinge in Fichten- und Kiefernwäldern, oft nesterweise tief im Moos. Aufgrund starker Rückgänge ist die Art geschützt und darf nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. 

STEINPILZ – Für Pilzsammler sind dickröhrlinge, zu denen auch der Steinpilz gehört, sicherlich die beliebteste Gattung überhaupt. Dickröhrlinge sind kräftige, dickfleischige Röhrenpilze, die in Wurzelsymbiose mit Bäumen leben. Der Hut des Fichten-Steinpilzes wird 8 bis 25 Zentimeter groß. Der Stiel ist bauchig und hat eine Tonnen- bis Walzenform. Er kommt im Sommer und Herbst, seltener ab Mai, vor allem unter Fichten und Buchen auf nicht zu nassen Böden vor. Gelegentlich findet man ihn auch unter Birken, seltener unter Eichen. In Deutschland steht er unter Schutz und darf nur zum Eigenbedarf gepflückt werden. Er schmeckt angenehm nussig.


HALLIMASCH – Der bräunliche bis honiggelbe Hut ist mit dunklen, büscheligen und haarigen Schüppchen bedeckt. Der Hut bleibt am Rand während des Wachstums lange eingerollt. Später verflacht der Hut und kann im Alter manchmal auch eine niedergedrückte Form annehmen. Die Lamellen stehen dicht und laufen ein wenig am Stiel herab. Sie sind weiß bis rötlichgelb gefärbt. Die Sporen sind farblos. Der bis zu 20 Zentimeter lange Stiel ist wegen büscheligen Hervortretens oft gekrümmt. Er ist gelblich-braun gefärbt und wird nach unten dunkler. 

KRAUSE GLUCKE – Der Fruchtkörper wird 10–40 cm breit und 2 bis 5 kg schwer. Er besitzt eine blumenkohlähnliche, krause Struktur mit vielen Verästelungen. Er setzt sich aus einzelnen Strünken zusammen, die zwischen sich Hohlräume bilden. Die Färbung reicht von gelblich bis hellbräunlich. Im trockenen Zustand ist der Fruchtkörper recht zerbrechlich. Die Basis ist dickfleischig und tritt fast wie ein Blumenkohlstrunk aus dem befallenen Wurzelholz hervor. Das Fleisch ist weißlich; es riecht würzig und schmeckt nussartig. Das Sporenpulver ist blass gelblich gefärbt.


MARONEN – Der jung halbkugelige und später unregelmäßig gewölbte Hut misst 5–15 cm im Durchmesser. Die Huthaut hat eine dunkel- bis kastanienbraune Farbe, aber auch heller rötlichbraune oder sogar oliv-braune Töne kommen vor. Bei feuchter Witterung wird die sonst feinsamtige und matte Hutoberfläche etwas schmierig-klebrig. Die rundlich-feinporigen Röhren sind am Stiel ausgebuchtet angewachsen. Der oft zylindrische und unten leicht zugespitzte, aber auch bauchige, dickknollige und gebogene Stiel ist 5–12 cm lang und 1–5 cm dick. Die glatte und matte Stielrinde hat eine typische eingewachsene Maserung. weißliches bis gelbliches Fleisch.

Verwechslungsgefahr

Möglichkeiten, um Pilze zu bestimmen, gibt es viele. Neben zahlreichen Büchern ist auch Software für das Smartphone erhältlich, mit welcher sich essbare Waldpilze schnell bestimmen lassen. Verlasse dich jedoch nicht vollständig auf Bilder und Beschreibungen. Denn nicht immer sehen Pilze so wie auf wie auf Fotos und Abbildungen aus. Besonders jüngere Exemplare unterscheiden sich häufig grundlegend von älteren Vertretern ihrer Art. Gehe deswegen kein Risiko ein und sammel nur Pilze, welche du zweifelsfrei erkennst. Niemals probieren! 


So jetzt ab in den Wald und Pilze sammeln. Wir würden euch ja gerne eine Ort nennen wo ihr Pilze findet, aber den musst ihr schon selber finden ;).

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