Gewusst wie

Selbst bei intensiver Nutzung haben Smartphones nur einen geringen Stromverbrauch. Die Haupt-Umweltauswirkungen der Geräte verursachen ihre Produktion und der Energieverbrauch für die Infrastruktur, die zur Datenübertragung benötigt wird. Zudem enthalten Mobiltelefone eine Vielzahl von Rohstoffen, deren Abbau die Umwelt belastet. Oft können sie nur zu unzureichenden Anteilen recycelt werden.

Austauschbarer Akku für lange Lebensdauer: Die Umweltbelastungen von Smartphones kannst du vor allem dadurch reduzieren, dass du die Geräte möglichst lange nutzt. Auch wenn es hier keine einfachen Regeln für Verbraucher und Verbraucherinnen gibt, kannst du schon beim Kauf darauf achten. Insbesondere solltest du den Akku selbständig und ohne Spezialwerkzeug auswechseln können. Lässt sich der Akku nicht entnehmen, solltest du fragen, was es kostet, wenn ein fest verbauter Akku durch einen Service getauscht wird. Die Reparatur kann sehr aufwendig und teuer werden, wenn der Akku keine oder keine ausreichende Leistung mehr liefert. Außerdem sollte die Speicherkapazität erweiterbar sein, damit du diese zu einem späteren Zeitpunkt selbstständig erweitern kannst. Auch eine integrierte Ladestandsanzeige ist sinnvoll, die den aktuellen Stand der Batterieladung während der Nutzung und während des Ladevorgangs optisch sichtbar macht.

Geringe elektromagnetische Strahlung: Ein wichtiger Indikator für die gesundheitlichen Wirkungen der Funkwellen bei Handys ist die spezifische Absorptionsrate, der SAR-Wert. Er wird ausgedrückt in Watt pro Kilogramm biologisches Gewebe und wird grundsätzlich bei maximaler Leistung des Handys nach einem standardisierten Verfahren gemessen. Moderne Handys und Smartphones haben gegenüber älteren Modellen einen Vorteil. Sie senden oft im UMTS-Standard, der beim Verbindungsaufbau strahlungsärmer ist als der GSM-Standard. Neben Mobilfunkverbindungen können Smartphones in der Regel auch Wireless Lan (WLAN) nutzen. Das Umweltzeichen Blauer Engel fordert für Mobiltelefone einen SAR-Wert kleiner 0,6 W/kg, um vorbeugend die Strahlenexpositionen gering zu halten.

Akkus pfleglich behandeln: Du  kannst die Lebensdauer der Lithium-Ionen-Akkus ihres Smartphones vergrößern, indem du Akkus fachgerecht lagerst und zum richtigen Zeitpunkt wieder auflädst.

  • Übermäßige Erwärmung des Akkus lässt ihn schneller altern (z.B. Aufbewahrung im Auto bei Hitze oder bei Sonneneinstrahlung auf der Fensterbank). Wir empfehlen deshalb auch, den Akku möglichst im ausgeschalteten Zustand zu laden. Eine Aufbewahrung bei extremer Kälte sollte ebenfalls vermieden werden.
  • Der Memory-Effekt tritt bei Lithium-Ionen-Akkus nicht auf. Ganz im Gegenteil: Wenn du nicht wartest, bis dein Akku vollständig leer ist (0 %), sondern ihn immer bereits vorher wieder auflädst, verlängert das die Lebensdauer deines Lithium-Ionen-Akkus. Ideal ist es zudem, den Ladevorgang immer schon dann zu unterbrechen, wenn der Akku etwa 70% seiner Kapazität erreicht hat.
  • Bei einer Nichtnutzung des Akkus sollte der Akku ungefähr zur Hälfte aufgeladen sein und spätestens nach 6 Monaten nachgeladen werden.

 

Richtige Entsorgung: Verbraucher können nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz ihre alten Geräte kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Viele Umweltschutzorganisationen sammeln Smartphones und andere Mobiltelefone für unterschiedliche karitative Zwecke.

Was du noch tun kannst:

  • Viele Mobilfunkanbieter geben ihren Kundinnen und Kunden mit jedem neuen Vertrag ein neues Gerät. Das muss nicht sein. Viele Anbieter gewähren einen niedrigeren Monatspreis, wenn Sie Ihr eigenes Gerät weiternutzen.
  • Gebrauchtes Smartphone nutzen: Wenn es nicht das neuste Gerät sein muss, kannst du mit einem gebrauchten Smartphone viel Geld sparen.
  • Trenne das Ladegerät nach Beendigung des Ladevorgangs vom Netz.
  • Kaufe einen Ersatzakku erst, wenn du ihn tatsächlich benötigtst. Denn ein Lithium-Akku verliert an speicherbarer Kapazität, auch wenn er nicht genutzt wird. Dieser Verlust wird als kalendarische Alterung bezeichnet.
  • Prüfe, ob dein ausgemustertes Gerät nicht für eine Zweitnutzung in Frage kommt
  • Wenn du die Wahl hast, dann gehe mit dem Smartphone über WLAN ins Internet statt über Mobilfunk. Die Datenübertragung über Mobilfunk verbraucht wesentlich mehr Energie als über einen stationären Anschluss.

Hintergrund

Im gesamten Lebenszyklus eines Smartphones verursacht die Produktion die größten Umweltauswirkungen. Smartphones enthalten neben verschiedenen Schadstoffen auch zahlreiche wertvolle Edel- und Sondermetalle. Viele von ihnen haben eine strategische Bedeutung für wichtige Nachhaltigkeitstechniken (beispielsweise die Erzeugung erneuerbarer Energie durch Windkraftanlagen). Wenn die Geräte getrennt gesammelt werden, kann wenigstens ein Teil dieser Metalle zurückgewonnen werden. Leider werden auch bei gutem Recycling nicht alle Metalle vollständig zurückgewonnen. Auch deshalb ist es sinnvoll, die Geräte möglichst lange zu nutzen.
Um eine umweltschonende Entsorgung zu gewährleisten, müssen die einzelnen Bauteile leicht zu trennen sein. Dies erhöht die Chance, viele verschiedene Teile wieder zu verwerten. Es ist daher wichtig, dass z. B. die Akkus leicht entnehmbar sind. Das verlängert auch die Lebensdauer der Geräte, denn die Akkus gehören oft zu den ersten Bauteilen, die versagen.

Unsere Tipps

  • Kaufe ein Smartphone, dessen Akku du selbständig austauschen kannst.
  • Kaufe Geräte mit geringer elektromagnetischer Strahlung (SAR-Wert kleiner 0,6 W/kg).
  • Verlänger die Lebensdauer von Akkus durch „richtige“ Behandlung.
  • Entsorge deine Altgeräte sachgerecht bei der kommunalen Sammelstelle.

Quelle: umweltbundesamt.de


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