Im März dieses Jahres trat ich meinen ersten Urlaub alleine an. Nicht ganz alleine, aber zumindest ohne menschliche Begleitung. Nur meine Hündin und meine Kamera hatte ich dabei.

Kamera

Ich hatte Lust, wandern zu gehen, die Natur zu genießen und auf den Spuren meiner Kindheit zu laufen. Ich hatte Semesterferien und durch Zufall ein hübsches kleines Bed & Breakfast im Harz entdeckt. Also gebucht, die wichtigsten Sachen ins Auto gepackt und losgefahren. Am Mittwoch kam ich dann am frühen Nachmittag an, richtete mein wunderbares Zimmer ein, ich hatte sogar direkten Zugang zur Terrasse und dem angrenzenden Garten – hundefreundlicher hätte es nicht sein können. Und dann startete ich auch schon. Ich wollte mir die Umgebung und das kleine Örtchen anschauen, mich ein wenig orientieren, wo ich denn da nun genau gelandet bin. So lief ich los, Kamera um den Hals, Hund an der Leine und leider die falschen Schuhe an den Füßen. Denn schnell entdeckte ich einen kleinen Trampelpfad, der sich Richtung Wald schlängelte. Diesem folgte ich und folgte ich und folgte ich. Es war so unglaublich schön, die Berge, der Wald, die Stille, die Vögel und neben mir mein glücklicher, freier, kleiner Hund.

Ich lief ohne Ziel, folgte einfach nur dem kleinen Weg, traf keine Menschenseele. Doch irgendwann bekam ich tatsächlich Hunger. Im Nachhinein sah ich auf der Karte, dass ich nur noch hätte um die nächste Kurve gehen müssen und ich wäre schon auf dem Rückweg gewesen. Stattdessen lief ich den ganzen kleinen Weg wieder zurück und kam hungrig und mit platten Füßen wieder in meinem Zimmer an.

Am nächsten Morgen weckte mich die Sonne, die durch die Gardinen blitzte. Es wurde ein wunderbar sonniger Tag mit klarer Luft und kaum einer Wolke am Himmel. Die perfekten Bedingungen um endlich, das erste Mal in meinem Leben, den Brocken zu erklimmen. Ich war als Kind schon öfter mit meinen Großeltern im Harz, da meine Oma dort aufgewachsen ist. Immer bestaunte ich den Brocken und fragte mich, wie es dort oben wohl aussieht und wie groß der Funkturm, den man von überall sehen kann, wirklich ist. So packte ich direkt nach einem wunderbar ausgiebigen Frühstück in der kleinen Unterkunft meinen Rucksack mit den nötigsten Dingen und machte mich auf den Weg. Ich brauchte natürlich genug zu Essen und zu Trinken, einiges an Kleidung, falls es doch anfangen sollte zu regnen, meine Wanderschuhe, einen Napf für das Hundemädchen und natürlich die Kameraausrüstung. Ich hatte mir im Voraus überlegt, von Torfhaus aus den Goetheweg zu nehmen, da mir die Wanderung von Schierke aus doch etwas zu lang erschien.

Goetheweg

Den ersten Teil des Weges legte ich zusammen mit einem netten Herrn mit zwei Hunden zurück. Wir unterhielten uns ein wenig über die Fotografie und er erzählte von dem Weg, der mir nun bevorstand, da er diese Tour öfter lief und kurz danach auch zügig weiter lief, da er eine bestimmte Zeit schaffen wollte. Ich hingegen hatte genug Zeit und konnte ganz entspannt und in Ruhe vor mich hinwandern, mir die wunderschöne schneebedeckte Landschaft angucken, den Ausblick genießen, Pausen machen, wann ich wollte und die schönsten Momente mit meiner Kamera einfangen. Ich erwischte an diesem Tag den letzten Tag mit Schnee und gleichzeitig den ersten schönen Frühlingstag. Es war so warm, dass man im Pullover laufen konnte und trotzdem knirschte unter den Schuhen der Schnee. Und so stapfte ich den Berg hinauf, traf ab und zu andere Wanderer, die immer sehr freundlich grüßten und kam dem Gipfel immer näher. Das letzte Stück lief ich mit vielen anderen auf der Brockenstraße, da hier verschiedene Wanderwege zusammenlaufen und das letzte Stück alle gemeinsam auf der asphaltierten Straße entlanglaufen. Auf dem Brocken angekommen, suchte ich mir erstmal ein schönes Plätzchen und machte ein kleines Picknick, ich genoss die Aussicht, die Sonne und den knallblauen Himmel und war erschöpft und glücklich, es endlich geschafft zu haben.








3 Kommentare

Adrian Schulz · 2017-11-20 um 7:46

Sehr schöner Beitrag und beeindruckende Bilder!

der.baschdi · 2017-11-16 um 8:31

Moin Klara, Danke für den sehr schöner Beitrag mit prima Fotos!! Ich freue mich auf den 2 Teil!!

Uli · 2017-11-15 um 22:31

schöner Beitrag. Eine Reise mit einem Hund ist immer toll. Wir haben auch einen der auf unsere Wanderungen mit kommt. Freue mich auf den nächsten Teil…

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