Im Folgenden erzähle ich euch nun schon über meine dritte Tour durch die Sächsische Schweiz, welche ich ebenfalls im Sommer dieses Jahres gelaufen bin. Geplant war diesmal eine Rundwanderung zu vier Tafelbergen des Elbsandsteingebirges, welche unter Wandertouristen deutschlandweit wohl eher weniger bekannt sind und daher quasi als „Geheimtipp“ gelten könnten. Gemeint sind die Kaiserkrone, der Kleine und der Große Zschirnstein sowie der Zirkelstein. Beim Lesen dieses Artikels werdet ihr allerdings feststellen, dass euch einige der zuvor aufgezählten Berge womöglich aus dem Bereich der Kunst bekannt sind; aber dazu gleich mehr. Nun wünsche ich euch jedenfalls viel Spaß beim Durchstöbern dieses Wanderberichts!

Die Triangulationssäule auf der Südspitze des Großen Zschirnsteins; im Hintergrund der Hohe Schneeberg.

Um zum Startpunkt meines Ausflugs zu gelangen, nahm ich auch diesmal wieder die S-Bahn, um am späten Vormittag bei der Haltestelle „Schmilka – Hirschmühle“ auszusteigen. Nach dem Verlassen des Bahnsteigs und der Durchquerung einer Fußgängerunterführung unterhalb des Bahndamms hielt ich mich sogleich rechts und folgte dem asphaltierten Elberadweg ein kurzes Stück von knapp 300 Metern. Dort führte ein Abzweig nach rechts auf den Malerweg; hier unterquerte ich noch einmal die Bahnstrecke, um schließlich über den zunächst etwas überwucherten Aschersteig den Hang hinaufzusteigen. Kurz darauf ging es hinein in den Wald, wo ich über zahlreiche Stein- und Holzbalkenstufen weiter an Höhe gewann. Oben angelangt, kam ich schon wieder aus dem Wald heraus und direkt auf eine Ackerfläche. Auf dieser erhob sich etwa 800 Meter entfernt ein kleiner, recht flacher und bewaldeter Hügel; zwischen den Bäumen ragten vereinzelt Sandsteinfelsen empor. Es handelte sich bei dieser Erhebung um mein erstes Zwischenziel der Wandertour, nämlich die Kaiserkrone. Über einen geradlinig verlaufenden und nur leicht ansteigenden Feldweg kam ich der Kaiserkrone mit der nächstliegenden Ortschaft, Reinhardtsdorf-Schöna, immer näher. In nordöstliche Richtung wiederum konnte ich einen Blick zurück auf den Großen Winterberg und in nördliche Richtung auf die Schrammsteine werfen, beide Formationen jeweils auf der gegenüberliegenden Elbseite liegend. Darüber hinaus überblickte ich in Richtung Süden und Südosten die umliegende Gegend mit meinen weiteren Tageszielen, den Zschirnsteinen und dem Zirkelstein, sodass ich bei der Gelegenheit schon eine grobe Vorstellung vom Umfang der zurückzulegenden Strecke erhielt. Doch zuallererst war die Kaiserkrone an der Reihe; also bog ich nach dem Zurücklegen des erwähnten Feldwegs rechts ab auf die schmale Bahnhofstraße in Reinhardtsdorf-Schöna. Nach nicht einmal 300 Metern verwies mich ein Wegweiser an einem hölzernen Strommast nach rechts zum Aufstieg auf die Kaiserkrone. Um diesen zu erreichen, ging es auf einem betonierten Pfad zwischen zwei Privatgrundstücken und über einen kurzen Steigpfad mit hölzernen Stufen auf eine mit Bäumen bewachsene Anhöhe.

Blick in Richtung Süden auf den Zirkelstein.

An dieser Stelle sei es mir gegönnt, den bereits angekündigten Abstecher in die Kunstgeschichte zu unternehmen, da er gerade ganz gut in den Verlauf der Wanderung passt. Gegenstand des Exkurses ist eines der weltweit bekanntesten Gemälde aus dem deutschsprachigen Raum: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich. Auf dem um 1818 entstandenen Ölbildnis aus der Epoche der Romantik ist eine dem Betrachter mit dem Rücken zugewandte Person zu erkennen, der mutmaßliche Wanderer aus dem Titel des Werkes. Die besagte Rückenfigur schaut auf eine düstere und mit Nebelschwaden überzogene Landschaft mit hohen Hügeln und zerklüfteten Sandsteinfelsen. Diese fantastische Landschaft stellt eine freie Komposition mehrerer Gipfel des Elbsandsteingebirges dar, in welchem sich der Künstler selbst zeit seines Lebens oft aufhielt. Beispielsweise ist der Zirkelstein rechts im Hintergrund des Motivs unschwer als solcher wiederzuerkennen. Bemerkenswert ist außerdem das Postament, auf welchem die Hauptfigur des Bildes steht. Wie aus Skizzenbüchern Friedrichs hervorgeht, handelt es sich hierbei nämlich um einen Felsblock am Fuße der Kaiserkrone. Von der Übereinstimmung zwischen Original und malerischem Abbild kann man sich anhand einer Informationstafel direkt vor Ort überzeugen.

Der Felsblock am Fuße der Kaiserkrone mit der Informationstafel zum Gemälde von Caspar David Friedrich.

Nachdem ich mich also ganz beiläufig in Sachen Kunsthistorie weitergebildet hatte, machte ich mich daran, den restlichen kurzen Weg hinauf zum Gipfel zu bewältigen. Das dauerte keine fünf Minuten und schon stand ich oben an einer Wegkreuzung, von welcher nach links und rechts jeweils ein Stichpfad mit Steigleitern abging und noch ein dritter Abzweig geradeaus. Zuerst nahm ich den Aufstieg nach links und erreichte auf diese Weise ein kleines Felsplateau, in dessen Mitte eine Wetterfahne aufgerichtet worden war. Von dort oben aus konnte ich in Richtung Westen einen Teil von Reinhardtsdorf-Schöna überblicken sowie in der Ferne den Wolfsberg, den Kohlbornstein, die Lasensteine, den Kleinhennersdorfer Stein, den Papststein, den Gohrisch und den Lilienstein erkennen. In Richtung Norden schaute ich zunächst auf die nördliche Felskuppe der Kaiserkrone. Diese wollte ich als nächstes besteigen, weshalb ich den bereits zurückgelegten Stichpfad bis zur besagten Kreuzung in der Mitte der Kaiserkrone wieder zurücklief, um daraufhin den mittleren der drei Abzweige zu nehmen. Hier ging es ein kurzes Stück hinab, darauffolgend nach links entlang der Felswand des Plateaus, auf welchem ich zuvor gestanden hatte, und schon stand ich vor einer langen Steigleiter, welche mich sogleich hinauf auf die Nordaussicht führen sollte. Dort oben ging es dann noch einmal über eine kleine Brücke und kurze Steigtreppen ganz hoch auf die kahle Kuppe des nördlichen Gipfels. An der Stelle bot sich mir ein herrlicher Ausblick, einmal wieder nach Westen auf die vorhin erwähnten Erhebungen der Sächsischen Schweiz, dann nach Norden auf die gegenüberliegende Elbseite mit dem langgezogenen Gipfelgrat der Schrammsteine und dem Großen Winterberg sowie nach Osten auf den Zirkelstein und zu guter Letzt hinüber in die Böhmische Schweiz mit dem kegelförmigen Rosenberg (tschechisch: Růžovský vrch). Nicht weniger beeindruckend war die Südaussicht, welche ich als Letztes erklomm; auch hier führte der Aufstieg wieder über eine Reihe von Steigtreppen. Oben angekommen konnte ich eine weitreichende Rundsicht in das Umland genießen; u. a. ließ ich den Blick in Richtung Süden schweifen über Reinhardtsdorf-Schöna und das umliegende Ackerland hinweg bis in den dahinterliegenden Wald, aus welchem sich die Zschirnsteine erhoben.

Blick von der Südaussicht der Kaiserkrone in Richtung Westen.

Der Abstieg von der Kaiserkrone war schnell geschafft und schon war ich wieder auf der Bahnhofstraße mitten in Reinhardtsdorf-Schöna. Ich hielt mich rechts und befand mich jetzt auf dem Malerweg. Nun ging es durch sehr verwinkelte Gassen und enge Straßen quer durch den Ort von einem Abzweig zum nächsten; bisweilen wurde es also sehr unübersichtlich. Eine detaillierte Beschreibung dieses Abschnitts der Wanderung würde daher im Rahmen dieses Berichts definitiv zu weit führen. Hier kann ich jedem Wanderer nach mir nur empfehlen, einfach dem Malerweg entsprechend den Wegweisern zu folgen. Das tat auch ich, bis ich letztendlich auf die Wegkreuzung mit der Waldbadstraße gelang. Während es auf dem Malerweg weiter geradeaus gegangen wäre, bog ich links ab und lief ein kurzes Stück auf der Waldbadstraße. Es folgte eine Gabelung auf Höhe eines Sportplatzes rechts der Straße; an dieser Stelle nahm ich den Abzweig nach rechts auf den sogenannten Schlosserhübelweg, welcher ein Teilstück des mit einem grünen Punkt markierten Wanderwegs darstellte. Diese Straße verlief nun über etwa 2,4 Kilometer schnurstracks auf gerader Linie durch den Wald, wobei ich unmerklich einen Höhenunterschied von reichlich 100 Metern überwand.

Einmal quer durch den Wald über den Schlosserhübelweg.

Nach einer halben Stunde erreichte ich schließlich eine Lichtung, mitten im dichten Wald; hier war ich nun an der Kreuzung mit der Alten Tetschener Straße. Letztere überquerte ich einfach und spazierte so weiter geradeaus, bis ich zum nächsten Abzweig kam. Ein Wegweiser zeigte mir an, dass es nach rechts abging zum Aufstieg auf den Kleinen Zschirnstein. Knapp 300 Meter weiter kam ich an einer Weggabelung mit einer hölzernen Rasthütte vorbei. Ab hier ging es sowohl nach links als auch nach rechts hinauf zum Kleinen Zschirnstein, denn es handelte sich um einen Rundweg. Nicht lange überlegt und ich ließ die Hütte rechts neben mir liegen, um so von links kommend auf das flache, nahezu komplett bewaldete Felsplateau des Tafelbergs zu gelangen. Schon bald stellte ich fest, dass es auf dem Kleinen Zschirnstein keine touristisch erschlossene Hauptaussicht gibt, wie man es von anderen Gipfeln des Elbsandsteingebirges gewohnt ist. Doch das störte mich überhaupt nicht, im Gegenteil: Es hatte seinen ganz eigenen Reiz, sich an beliebigen Stellen am Rande des Plateaus vor auf die zerklüfteten Felsen zu wagen und in Richtung Nordwesten hinunter auf das Dorf Kleingießhübel und die dahinter in der Landschaft verteilten Berge zu schauen. Selbst die Schrammsteine waren in nördlicher Blickrichtung wieder in der Ferne zu erkennen. Dennoch wollte ich mich nicht allzu lange auf dem Kleinen Zschirnstein aufhalten, da ich einerseits gerade mal etwa die Hälfte der gesamten Strecke zurückgelegt hatte. Andererseits erwartete ich auf dem Großen Zschirnstein den Höhepunkt dieser Wanderung, sodass ich schon kurz darauf wieder den Abstieg vom Kleinen Zschirnstein in Angriff nahm.

Blick vom Kleinen Zschirnstein in Richtung Südwesten.

Also schloss ich meinen Spaziergang auf dem Rundwanderweg ab, kam wieder an der oben genannten Holzhütte vorbei und lief das kleine Wegstück zurück, auf welchem ich vorhin bereits in entgegengesetzter Richtung gelaufen war. Wieder auf dem mit grünem Punkt markierten Hauptwanderweg angelangt, hielt ich mich gleich rechts, um nach 300 Metern auf Höhe einer Felsenhöhle – des sogenannten Wildbretkellers – nach links abzubiegen. Nun lag ein steiler Anstieg auf einem mit rotem Punkt gekennzeichneten Wanderweg vor mir, welcher zunächst serpentinenartig über Holzstufen führte und daraufhin in einen sandigen Pfad überging. Es folgte sodann wieder ein gerader und langsam ansteigender Wegabschnitt, welcher in eine Wegkreuzung mit dem Zschirnsteinweg mündete. Hier bog ich rechts ab und wanderte nun noch ein gutes Stück Weges durch den Wald, sodass ich das flache Plateau des Großen Zschirnsteins stetig hinaufstieg, um am Ende dieses Stichwegs den Aussichtspunkt an der Triangulationssäule zu erreichen.

Blick vom Großen Zschirnstein zurück auf den Kleinen Zschirnstein.

Bei der Triangulationssäule auf dem Zschirnstein handelt es sich um die Kopie einer historischen Vermessungssäule aus dem 19. Jahrhundert. Diese Säule wurde im Rahmen einer von 1862 bis 1890 durchgeführten und von Prof. Christian August Nagel geleiteten Landesvermessung im damaligen Königreich Sachsen errichtet. Im Zuge der geodätischen Arbeiten erarbeitete man jeweils zwei Dreiecksnetze, nämlich einerseits das Netz zur „Gradmessung im Königreich Sachsen“ („Netz I. Classe“) und andererseits das Netz für die „Königlich Sächsische Triangulirung“ („Netz II. Classe“). Über weitere Einzelheiten dieses damals groß angelegten Projekts informiert eine Tafel an der hölzernen Schutzhütte auf der Aussicht an der Südspitze des Großen Zschirnsteins. Die Triangulationssäule selbst steht direkt auf einem Felsen am Rande der Südspitze und trägt die Inschrift: „STATION ZSCHIRNSTEIN DER KÖN:SÄCHS: TRIANGULIRUNG 1865“. Wenn man dann einmal oben auf den Sandsteinfelsen an der Säule steht, kann der Besucher die atemberaubende Aussicht in die Umgebung auf sich wirken lassen; denn nach Osten, Süden und Westen hat man einen phänomenalen Rundumblick bis hinüber in die Böhmische Schweiz. Schaut man beispielsweise in Richtung Nordosten, kann man bei genauem Hinsehen die Kaiserkrone und den Zirkelstein ausfindig machen; in Richtung Osten wiederum ist der bereits erwähnte kegelige Rosenberg zu erkennen, welcher bereits auf der tschechischen Seite liegt. Gleiches gilt für den Hohen Schneeberg (tschechisch: Děčínský Sněžník), welcher südwestlich des Großen Zschirnsteins aus der Landschaft emporragt. Mit 722,8 Metern über dem Meeresspiegel stellt der Hohe Schneeberg die höchste Erhebung des gesamten Elbsandsteingebirges dar und ist damit in der Sächsischen Schweiz ohnehin immer weithin sichtbar; doch auf dem Großen Zschirnstein ist er scheinbar zum Greifen nahe.

Detailansicht der Triangulationssäule mit Inschrift.

Leider hatte sich während meines Aufstiegs zur Südspitze des Großen Zschirnsteins der Himmel immer mehr zugezogen, sodass es zum einen für einen sommerlichen Augusttag recht kühl wurde. Ja, und zum anderen musste es erwartungsgemäß so kommen, wie es kommen musste: Ich erreichte die Aussicht … und es fing natürlich an zu regnen. Glücklicherweise war es nur ein relativ kurzer Regenschauer; man konnte sich also trotzdem noch ohne weitere Probleme im Freien bewegen und den Blick über das Umland schweifen lassen. Allerdings verweilte ich dann doch nicht so lange an der Südaussicht, wie ich es mir erhofft hätte, einmal wegen der Wetterverhältnisse, aber auch aus dem Grund, dass der Tag schon etwas vorangeschritten war und ich immer noch eine beachtliche Wegstrecke vor mir liegen hatte. Denn den gesamten langen Weg, den ich von Reinhardtsdorf-Schöna zu den Zschirnsteinen bereits bewältigt hatte, musste ich ja auch wieder zurücklegen, wollte ich noch den Zirkelstein besteigen und danach die Wanderung in Schmilka beenden. Also hieß es als Nächstes, den Zschirnsteinweg wieder hinabzulaufen, genau in die Richtung, aus der ich vorher gekommen war. An der zuletzt erwähnten Wegkreuzung am Zschirnsteinweg hielt ich mich rechts, sodass ich letzterem einfach weiter folgte. Nach etwa 900 Metern kreuzte ich – wie schon einmal an diesem Tag – die Alte Tetschener Straße, diesmal jedoch etwas weiter südlich. Was jetzt folgte, könnt ihr euch bestimmt schon denken: Abermals ging es reichlich zwei Kilometer immer weiter geradeaus auf einer Schotterstraße, welche einmal quer durch den Wald verlief; der Wanderweg war hierbei mit einem gelben Querbalken markiert. Glücklicherweise hatte sich in der Zwischenzeit die Sonne wieder blicken lassen, weswegen es sehr schnell wieder angenehm warm wurde; und das sollte erfreulicherweise für den restlichen Tag auch so bleiben.

Blick von der Südspitze des Großen Zschirnsteins in Richtung Osten; im Hintergrund der Rosenberg.

Letztendlich kam ich dann an einer Gartenlaubensiedlung am Waldesrand heraus. Ich hielt mich weiter an den Verlauf des Weges mit dem gelben Balken, welcher mich nun entlang eines Getreidefeldes führte, vorbei an Sauhügel und Viehtor – man beachte die kreative Namensgebung. Vom Rande des Feldes konnte ich bereits ein paar schöne Blicke auf den Zirkelstein werfen, welchem ich mich quasi „von hinten“ näherte. Am Viehtor schließlich bog der Weg nach links ab und ich spazierte einmal querfeldein, bis ich das kleine Waldstück erreichte, welches den Zirkelstein umgab. Genau dort, wo das Feld und das bewaldete Stück aufeinanderstießen, war eine Schottersteinstraße angelegt worden. Auf dieser bewegte ich mich weiter in nordwestliche Richtung, vorbei am ZirkelsteinResort, einem kleinen Sportpark am Fuße des Zirkelsteins, bis ich – schon am Ende des Waldstücks – an die Stelle kam, an welcher der Aufstieg zum Zirkelstein nach rechts ausgeschildert war. Nun dauerte es auch gar nicht mehr lange und es erschienen die ersten Holzlattenstufen, an welche sich schon bald die erste Steigtreppe hinauf zum Berg anschloss. Kaum fünf Minuten später stand ich ganz oben auf dem Zirkelstein, wenngleich dieser vierte und letzte Aufstieg des Tages aufgrund der bereits gelaufenen Strecke sicherlich der anstrengendste war.

Blick in Höhe des Viehtors in Richtung Norden auf den Zirkelstein.

Der Zirkelstein ist von allen Tafelbergen der Sächsischen Schweiz wohl der kleinste, weswegen auch sein Felsplateau eine äußerst geringe Bewegungsfläche bietet. Andererseits kann man sich auf einen perfekten Rundumausblick freuen, denn auf dem Zirkelstein schaut man tatsächlich in alle vier Himmelsrichtungen. So blickt man in Richtung Norden auf die genau gegenüberliegende und fast schon winzige Kaiserkrone förmlich herab, während dahinter auf der anderen Elbseite die majestätischen Schrammsteine gen Himmel streben. Im Osten dagegen erblickt man das deutsch-tschechische Grenzgebiet mit dem Großen Winterberg, den Felswänden um das Prebischtor (tschechisch: Pravčická brána) und dem Rosenberg, allesamt auf der gegenüberliegenden Seite des Elbtals. In Richtung Südosten erkennt man wiederum die Zschirnsteine und dahinter den Hohen Schneeberg, während in nordwestlicher Richtung – genauso wie auf der Kaiserkrone – Wolfsberg, Kohlbornstein, Lasensteine, Kleinhennersdorfer Stein, Papststein, Gohrisch und Lilienstein sichtbar sind.

Blick vom Zirkelstein in Richtung Norden auf die Kaiserkrone; im Hintergrund die Schrammsteine.

Auf dem Zirkelstein verweilte ich wieder für eine gewisse Zeit; denn es war am späten Nachmittag und ich hatte bereits den größten Teil meiner Tour hinter mich gebracht, sodass ich es nun etwas ruhiger angehen konnte. Außerdem war ich auf dem Gipfelplateau nicht alleine: Noch zwei weitere Wanderer hatten sich hinzugesellt, von denen einer mich darum bat, ein paar Fotos von ihm mit seiner Kamera zu schießen. Wie er mir erzählte, wollte er seiner Frau – die derweil unten auf ihn wartete – beweisen, dass er auch wirklich ganz oben gewesen ist. Auf diese Weise kamen wir ins Gespräch und so unterhielten wir uns etwa zehn Minuten dort oben auf dem Felsen. Danach nahmen wir beide Abschied und ich stieg über die Leitern und Treppen wieder hinab, über welche ich zuvor den Weg nach oben bestritten hatte. Am Fuße des Zirkelsteins traf ich dann auch die Gattin des Wanderers, den ich gerade eben kennengelernt hatte; ich teilte ihr mit, dass er noch am Fotografieren war. Wieder ganz unten angelangt, trat ich aus dem kleinen Waldstück wieder heraus auf die Straße und hielt mich rechts, sodass ich etwa fünf Minuten später wieder in Reinhardtsdorf-Schöna war. Hier suchte ich wieder meinen Weg quer durch den Ort zur Bahnhofstraße; das war die Route, über welche ich vormittags die Kaiserkrone erreicht hatte. Also lief ich den bereits geläufigen Feldweg Richtung Schmilka herab, wobei ich noch ein paar letzte Blicke auf die Umgebung mit dem Zirkelstein und der Kaiserkrone sowie dem Großen Winterberg und den Schrammsteinen am rechten Elbufer werfen konnte. Auf dem Feld traf ich dann noch zwei Studenten aus Erfurt, welche ebenfalls den Tag für eine ausladende Wandertour genutzt hatten. Wir wechselten ein paar Worte; doch dann musste ich mich schon recht bald wieder verabschieden, weil ich die in Kürze ankommende S-Bahn zurück nach Dresden noch erwischen wollte. Daher stieg ich den Aschersteig, so schnell ich konnte, wieder herab; die ungewohnte Anstrengung bekam ich in meinen Knien recht schnell zu spüren. Glücklicherweise erreichte ich dann tatsächlich noch den Zug, sodass ich am frühen Abend wieder in Dresden ankam.

Blick in Richtung Norden auf die Schrammsteine.

Alles in allem war es auch diesmal wieder eine sehr lohnenswerte Tour, wenngleich sie teilweise auch sehr langwierig war – ich denke da vor allem an die langen Etappen durch den Wald, von Reinhardtsdorf-Schöna zu den Zschirnsteinen und wieder zurück. Doch das nahm ich sehr gerne in Kauf, denn die tollen Ausblicke an den vielen Aussichtspunkten waren den Aufwand allemal wert. Womöglich hätte ich die Zschirnsteine für sich genommen auch nie als Tagesziel ausgesucht, da eine solche Wandertour einen ganzen Tag nicht ausgefüllt hätte; Gleiches gilt für Kaiserkrone und Zirkelstein. Insofern kann ich diese Route jedem ausdauernden und geduldigen Wanderfreund guten Gewissens weiterempfehlen. … Wieder am Ende meines Berichts angelangt, möchte ich diesmal die Gelegenheit nutzen, bereits jetzt die Vorfreude auf den mittlerweile vierten Artikel zu steigern. Denn das nächste Mal geht’s um eine Wanderung zum Papststein, zum Gohrisch und zum Pfaffenstein; ihr könnt euch daher wieder auf fabelhafte Ausblicke in die Landschaft des Elbsandsteingebirges freuen. Seid also gespannt, wenn es wieder heißt: „Auf zum Wandern in die Sächsische Schweiz!“

Kategorien: Wandertour

1 Kommentar

Uli · 2017-10-16 um 17:29

Wow! Wieder viel schöne Bilder und eine super Beschreibung. Wusste gar nicht das Friedrich mein Lieblingsmaler da war…..

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